Chancen im Wohnungsbau.

(Ein Bericht, der immer aktueller wird).


Wenn die Frage gestellt wird, warum das Bauen in Deutschland teurer als in vergleichbaren Ländern ist, wird stets die staatliche Reglementierung im Bau- und Planungsrecht sowie die übertriebene Qualitätsanforderung durch deutsche Normvorschriften angeführt.

Es gibt sicherlich zu viele, teilweise auch sehr unsinnige Beschränkungen in unseren Bau-und Normvorschriften. Gerade dies aber bietet guten Architekten, Bauherren, Bauträgern und Wohnungsunternehmen hervorragende Chancen sich von ihren Mitbewerbern im Markt abzuheben, nach neuen Lösungen zu suchen und neue Wege zu beschreiten.
Die These, deutsche Normen führten gerade im Wohnungsbau zu überhöhten Herstellungs- und Reparaturkosten, kann sich nur auf deren Vielzahl, nicht aber auf zu hohe Qualitätsanforderungen beziehen. Da Normen für alle im Baubereich Tätigen erfüllbar sein müssen, stellen sie lediglich eine Plattform für den niedrigsten Technik- und Machbarkeitsstand dar. Folglich können sie weder die Ursache hoher Baupreise sein, noch zu einer Qualitäts- bzw. Fortschrittssteigerung im Bauwesen beitragen.

Das sollte allen im Bauwesen Tätigen bewusst sein. Was aber hindert dann daran, sich von den zeit- und kostenintensiven Normfesseln zu befreien und von vornherein eine über den Normen liegenden Qualität und technische Ausgestaltung einzusetzen? Dies würde intelligentes Bauen voraussetzen, was noch in anderer Hinsicht sinnvoll wäre. Durch den Einsatz intelligenter Ideen und Lösungen könnte das Bauen zusätzlich verbilligt werden. Vorbei wären damit auch die Zeiten der zahlreichen Baufehler, deren Nachbesserungen ein Vielfaches ihres eigentlichen Aufwandes kosten.
Nach unseren Recherchen weisen schon 40 % aller Neubauten Mängel auf, teilweise gravierende. Dies ist bedauerlich, da die meisten aus Fehlern entstehen, die bereits durch schlichtes Nachdenken vermeidbar wären. Bei Altbauten liegt die Fehlerquote noch höher.

Die besten und billigsten Ressourcen über die wir Menschen verfügen, sind unser Verstand und unser Wissen. Deshalb ist besser und billiger zu bauen in sich kein Widerspruch. Würde diese Erkenntnis im Bauwesen so intensiv genutzt wie in anderen Branchen, gäbe es hier weniger Probleme, mehr Fortschritt in Form von Innovationen, eine höhere Bau- und Wohnqualität und besonders - niedrigere Preise. Zukünftige Märkte werden dies unerbittlich einfordern.

Bisher mussten sich Architekten und Bauträger über ihr berufliches Fortbestehen wenig Gedanken machen. Früher interessierte es Baukunden wenig, ob die Planung oder Bauweise ihrer Häuser 20 Jahre alten Bauentwürfen glichen oder die Zusammensetzung der Materialien mit ihren unterschiedlichen Auswirkungen den Erkenntnissen vor 30 Jahren entsprach. In einer Gesellschaft, in der Menschen mehr über ihre Autos als über ihren wichtigsten Lebensbereich - das Wohnen - wußten, spielten Bau- und Wohnqualität, Gesundheit, Zukunftsfähigkeit und damit verbunden, ein hoher Wiederverkaufswert, eine untergeordnete Rolle. Diese Zeiten sind endgültig vorbei.
Damit wird der Weg frei für zukunftsorientierte Immobilien in Form lebensbejahender Wohn- und Erlebensbereiche und damit dauerhaft sicherer, überdurchschnittlich im Wert steigender Kapitalanlagen, die der Markt dringend einfordert. Erreicht werden kann dies nur mit neuen Denkansätzen, zukunftsweisenden Techniken und unkonventionellen Lösungen.

Wenn alle im Baubereich Tätigen dies erkennen und endlich bereit sind, das Bauwesen als Ganzes zu begreifen, Erfahrungen aus anderen Technikbereichen zu nutzen und die überholte Handwerks- und Architektenordnung zu lockern, um mehr Denkwettbewerb zu erreichen, ergeben sich ungeahnte Chancen. Chancen, die letztlich allen zu gute kommen - Architekten, Bauherren, Bauträgern, Wohnungsgesellschaften, Bauhandwerkern und Kommunen, besonders aber Käufern und Mietern von Wohnimmobilien.

Bochum, April 2000 www.kloss-innovationen.de / Bauwesen-Bereich / Informationen