Das Haus der Zukunft oder Gedanken in der Nacht.

(Eine skurrile, aber schon bald reale Geschichte)


Es war eine dieser unheilvollen Nächte. Frau Müller konnte nicht schlafen und obwohl sie das Unwetter kaum hören konnte, malte sie sich schon lebhaft seine Folgen aus. Erst vor wenigen Wochen hatte eines dieser jetzt häufig auftretenden Unwetter zwei Nachbarn das Dach abgedeckt und mehrere Fensterrollladen aus ihren Verankerungen gerissen. Dazu kamen Unmengen an Regen. Der Schaden war groß, der Schock nicht minder.
„Das kann uns nicht passieren,“ hatte ihr Mann damals gesagt und sie in den Arm genommen. „Wir haben ein Haus mit sturm- und regensicherem Dach und dazu Fensterläden, die nicht nur Stürme, sondern auch Einbrüche überstehen,“ womit er auf ihre grundsätzliche Ängstlichkeit anspielte. So müssen Männer wohl sein, dachte Frau Müller - immer souverän, immer überlegen. Dabei hatte ihr Mann, ein kritischer Ingenieur, anfänglich diesen neuen „Wundertechniken“ wenig getraut.

Angefangen hatte bei ihnen alles mit der Überlegung, ihre Eigentumswohnung gegen ein Häuschen zu tauschen. Auch nach zwei langen Jahren fanden sie nichts, was einen Wechsel hätte rechtfertigten können. „Phantasiearmer Einheitslook, wenig Qualität, überteuert und alles andere als zukunftsweisend“, fasste ihr enttäuschter Mann regelmäßig seine Eindrücke zusammen und manchmal drückte er sich auch weniger fein aus. Kurz nach dem Entschluss, ihre Wohnung doch zu behalten, wurde ihr Mann von einem früheren Bekannten in dessen neues Haus eingeladen. An diesem Abend kam er sehr spät nach Hause. Er wirkte innerlich gespalten. Von dem Haus seines Bekannten war er fasziniert, von dessen Schwärmereien aber weniger. Zu überzogen erschienen ihm diese.

Die Besuche ihres Mannes bei dem Bekannten wurden häufiger. Immer öfter nahm er sie dabei mit. Die Besuche verliefen stets gleich. Während beide Frauen sich an den sichtbaren Vorteilen des Hauses, an Gestaltung, Schnitt, Funktion und Wohnästhetik erfreuten, wanderten ihre Männer, auf der Suche nach technischen Neuheiten, ständig durch das Haus. Zu Hause schwärmte ihr Mann dann bis in die Nacht von all diesen verrückten technischen Dingen, die nur Männer verstehen. Irgendwann hatte sie den Verdacht, dass er nachts bereits davon träumte. Zu oft hatte er jetzt diesen jungenhaft verklärten Gesichtsausdruck.

Eines Tages gab es Ärger. Frau Müller wurde von der Aussage ihres Mannes überrascht, dass er ein Haus wie das seines Bekannten bauen lassen wolle. Sie war entsetzt und sah die gemeinsam aufgebaute, wirtschaftliche Existenz gefährdet. Solch ein Haus musste aufgrund seiner neuartigen Konzeption und der zahlreichen innovativen Lösungen ihren finanziellen Rahmen sprengen. Und da sie eine emotionale Frau war, sah sie die Bedrohung schon bald nicht mehr in der Sache, sondern mehr in ihrem Ehemann als Verursacher. Darüber wiederum war dieser tief verletzt, hatte er doch allerbeste Absichten.

So begannen frostige Tage, die erst endeten, als Frau Müller ihren Mut zusammen nahm, das ihr bekannte Entwicklungsunternehmen aufsuchte, sich über mögliche Zukunftslösungen im Wohnbaubereich informierte und dabei die Kosten für ein eigenes Hauses errechnen ließ. Über den günstigen Preis und darüber, wie einfach es fiel, als Frau komplizierte, technische Dinge zu verstehen, war sie sehr überrascht. Vielleicht lag das aber auch an den verblüffend einfachen Lösungen, die dieses Unternehmen entwickelte.

In dieser Nacht musste Frau Müller wieder daran denken, wie schnell sie sich damals hatte überzeugen lassen. Dabei ließ sie nochmals alle Vorzüge ihres Hauses vor den Augen vorbeiziehen. Das sturmsichere Dach, die einbruchsicheren Fensterläden, die neue Heiztechnik, der spezielle Sonnenschutz, der neue Bodenaufbau mit mehrfach höherer Dämmwirkung, der Schutz gegen elektromagnetische Wellen, die leistungsverbessernde, Schimmel- und Bakterienbildung verhindernde Fassadendämmung. Erst bei dem neu entwickelten Windkraft-Rotor und den speziellen Leichtbaubalkonen hörte sie auf.

Heute fühlte sie sich pudelwohl in ihrem Haus und war heilfroh, den damaligen Schritt getan zu haben. Auf keines der zahlreichen Vorzüge würde sie verzichten - auf den daraus resultierenden, überdurchschnittlichen Wertzuwachs ihres Hauses schon gar nicht, war dieser doch zu einem festen Bestandteil ihrer Altersversorgung geworden.
So hätte ihr Leben zufrieden und sorgenfrei verlaufen können. Wenn es nicht dieses eine Problem gegeben hätte. Es waren die vielen Bekannten und Unbekannten, die sich laufend für die Vorzüge ihres Hauses interessierten und sie mit Besichtigungen bedrängten.
Mit der Erkenntnis, dass es für die kleinen Dinge im Leben oft weniger gute Lösungen als für die großen Dinge gibt, schlief Frau Müller endgültig ein.

Wenn Sie wissen wollen, welche Lösungen und Techniken im Wohnungsbau schon heute möglich sind, informieren wir sie gerne.

Hintergrundinformation:

Die an zukünftige Gebäude-Generationen gestellten Anforderungen werden sich gravierend von heutigen unterscheiden. Nicht nur, dass vollkommen neue Techniken und Erfahrungen aus anderen technischen Bereichen Einzug in den Wohnungsbau finden werden, auch die Qualität, Form, Gestaltung und Funktion von Wohngebäuden wird eine andere sein.

Dieser Entwicklungsprozess wird sich nicht wie bisher im Bauwesen üblich, über Jahrzehnte erstrecken, sondern er wird sehr kurz und heftig sein. Heftig für Bauherren und Bauträger, die sich nicht früh genug auf diese Veränderungen einstellen konnten oder wollten und hart für alle Immobilien-Besitzer, die Gebäude in heutiger oder gar gestriger Standard-Ausführung besitzen und diese zukünftig verkaufen oder vermieten müssen. Sie alle werden zu den Verlierern zukünftiger Märkte zählen.

Betroffen sind alle Neu- und Altbauten in Standardbauweise und Standardausführung, besonders aber, technisch nicht oder nur eingeschränkt anpassbare Altbauten.

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